BUNDjugend Thüringen - ...und jetzt noch die Erde retten!

Vortrag

Unsere Veranstaltungsreihe zum Thema Transition Towns geht weiter.

Hier findet ihr den Bericht zum Vortrag am 18.01.2017:

 

Einfluss der Transition Town Initiativen auf die Energiewende

mit Stefan Krehl (M.A.) und Sunfried Jena e.V.

 

Im November letzten Jahres fand unsere erste Veranstaltung zum Thema Transition Town statt. Wir hatten VertreterInnen der Transition Town Initiativen in Erfurt und Weimar eingeladen. Nachdem diese erste Veranstaltung schon so gut besucht war, haben wir gleich eine zweite organisiert.

Diesmal hatten wir Stefan Krehl eingeladen, einen ehemaligen Masterstudenten an der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena. Herr Krehl schrieb am dortigen Institut für BWL seine Masterarbeit über den Einfluss von Transition Town Initiativen auf die Energiewende.

Außerdem hatten wir einen Vertreter von Sunfried Jena e.V. geladen, dem lokalen Verein für die Energiewende.

Diesmal fand unsere Veranstaltung im Uni Café statt und war wiederum gut besucht.

Herr Krehl begann seinen Beitrag mit seiner persönliche Motivation für das Thema: Er leide an der allgegenwärtigen Umweltverschmutzung. In der BWL gehe es meist nur um Wachstum. Gleichzeitig verfüge unser Planet nur über begrenzte Ressourcen und die Atmosphäre sei auch nur begrenzt für CO2 aufnahmefähig.

Vor diesem Hintergrund hat sich auch die erste Transition Town Initiative gegründet, und zwar in Totnes, einem kleinen Ort in Südengland.

Mittlerweile gäbe es weltweit mehrere hundert bis tausend Transition Town Initiativen. In Deutschland gäbe es derzeit ca. 147 Initiativen und auch einige in Österreich und der Schweiz. Für sein Forschungsprojekt suchte sich Stefan Krehl dann diejenigen Initiativen heraus, die sich mit Energie beschäftigen. Er kontaktierte 18, von denen ihm neun antworteten. Diese interviewte er anschließend.

Seine Nachforschungen ergaben, dass die Energiewende bei den Transition Town Initiativen nicht im Mittelpunkt stehe. Es gäbe zwar in einigen Initiativen einzelne Personen, die sich für den Energiebereich interessieren würden. Deren Engagement würde aber meist nach kurzer Zeit im Sand verlaufen oder sie würden sich einer Initiative anschließen, die sich explizit um den Energiebereich kümmere. Bürgerschaftliches Engagement für die Energiewende finde häufig in extra darauf ausgerichteten Vereinen oder Genossenschaften statt, so wie es bei Sunfried Jena e.V. der Fall ist.

Trotzdem würden Transition Town Initiativen indirekt einen wichtigen Beitrag für die Energiewende leisten, indem sie sich an kommunalen Klimaschutzkonzepten beteiligen oder allgemein den Energieverbrauch dadurch senken, dass sie regionale Versorgungsstrukturen etablieren und damit Vorbild für einen nachhaltigen Lebensstil sind.

Die Masterarbeit von Stefan Krehl ist auch online abrufbar:

http://www.transition-initiativen.de/group/transition-forschung/forum/topics/masterarbeit-transition-initiativen-und-ihr-einfluss-auf-die?xg_source=activity

Sunfried Jena e.V. ist ein Verein, der ursprünglich von StudentInnen gegründet wurde und sich zum Ziel gesetzt hat, die Energiewende in Jena voranzutreiben. Sie haben schon eine Solaranlage auf dem Gästerhaus der Uni Jena installiert. Diese wurde durch Bürgerdarlehen finanziert. Die Gewinne der Anlage nach Zurückzahlen der Darlehen und Deckung der Betriebskosten werden für die Förderung von lokalen Projekten verwendet. Außerdem organisiert Sunfried auch Erlebnistage mit Schulklassen zum Thema Energiewende.

Siehe Website: http://www.sunfried.de/cms/index.php

In der anschließenden Diskussion ging es wieder um Vernetzung und um Perspektiven des Engagements in Jena. Während einige den Durchlauf an Student*Innen in Jena als Problem ansahen und ein gebündeltes Engagement vorschlugen, waren andere der Meinung, dass die Vielfalt an Gruppen und Projekten in Ordnung sei und auch in der Weise gut funktioniere. Stefan Krehl hob hervor, dass es auch viele Initiativen gäbe, die zwar nicht die Bezeichnung Transition Town für sich reklamieren, aber im Prinzip die gleiche Wirkung hätten. Die Transition Town Initiative in Freiburg sei beispielsweise nur eine Website, die auf dort aktive Gruppen verweise. Dies wäre auch eine Option für Jena. Das Engagement von grünen Initiativen könnte etwa auf der Seite der lokalen Agenda 21 der Stadt Jena gebündelt werden:

https://www.schritt-fuer-schritt.net/de/startseite/392002

Linus Sage